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Nahwärmeverbund wurde feierlich eingeweiht

06.02.2019

Nahwärmeverbund wurde feierlich eingeweiht

Großer Schritt zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts der Gemeinde Seelbach

Viel Prominenz hat sich am Freitag, 01.02.2019 im Bürgerhaus versammelt, um den Nahwärmeverbund im Ortskern von Seelbach offiziell in Betrieb zu nehmen. Neben Gemeinderäten und Ortschaftsräten sowie Behördenvertretern, Bürgermeister benachbarter Gemeinden und interessierten Bürgern konnte Bürgermeister Thomas Schäfer als Referenten und Ehrengäste Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, die Landtagsabgeordnete Sandra Boser, Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter des Landratsamtes Ortenaukreis, Dr. Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und Dr. Hansjörg Vollmer von der Fa. WTS, Oberkirch begrüßen. Gekommen waren auch zahlreiche Vertreter der an den Wärmeverbund angeschlossenen Gebäude.   

Der Gemeinderat hat am 08. Oktober 2012 grundsätzlich beschlossen, ein Klimaschutzkonzept für Seelbach zu erarbeiten und konkrete Klimaziele zu benennen. Zusammen mit der Verwaltung wurden mehrere Workshops mit dem Gemeinderat durchgeführt; die Bürger wurden im Rahmen einer Energiewerkstatt beteiligt. Ziel war auch die Optimierung der Gebäudetechnik bei kommunalen Liegenschaften und Aufbau eines Nahwärmenetzes. Am 13. April 2015 hat der Gemeinderat das Klimaschutzkonzept beschlossen. Die Neubebauung auf dem „Löffler-Areal“ brachte Schwung in die Umsetzung dieses Zieles. Da die Gemeinde eins solches Projekt dieser Größenordnung nicht selbst realisieren und finanzieren kann, wurde die Umsetzung mittels eines sog. „Energie-Liefer-Contractings“ realisiert. Mit der Erstellung einer Potentialanalyse zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit und der Ausschreibung wurde die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), Karlsruhe beauftragt. Das Besondere an einem Contracting-Projekt ist, dass die Anbieter eigenständig planen, bauen, finanzieren und betreiben. Die Auswertung der finalen Angebote ergab, dass die Fa. WTS GmbH & Co. KG, Oberkirch das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat.

An den Nahwärmeverbund sind folgende Gebäude angeschlossen:

  • Bauhof/Feuerwehr/DRK-Gebäude
  • Sporthalle
  • Bürgerhaus „Im Klostergarten“
  • Rathaus/Klostergebäude
  • Schulzentrum mit Schulturnhalle
  • „Löffler-Areal“
  • Pflegeheim „St. Hildegard“
  • Betreutes Wohnen
  • Evangelische Kirche

Der Nahwärmeverbund ist erweiterbar und inzwischen sind noch 2 private Gebäude angeschlossen worden. Das Herzstück des Wärmeverbundes befindet sich im Bauhof und besteht aus einem Hackschnitzelofen. In das Heizsystem ist auch ein Blockheizkraftwerk eingebunden, welches im Heizraum der Sporthalle eingebaut ist. Es hält den Betrieb aufrecht bei Wartungsarbeiten bzw. bei Störungen sowie für den Sommerbetrieb. Die Gemeinde nimmt den nebenbei erzeugten Strom für den Betrieb in der Sporthalle und im Bauhof ab, der Überschuss geht in das Stromnetz. Zusätzlich wird für die Erzeugung von Warmwasser im Sommerbetrieb auch eine Photovoltaikanlage auf dem Schuldach eingebunden. Der dort erzeugte Strom wird im Geroldsecker Bildungszentrum verbraucht und der überschüssige Strom in das Netz eingespeist. Um auftretende Verbrauchsspitzen beim Wärmeverbrauch abdecken zu können, wurde zusätzlich ein gasbetriebener Spitzenlastkessel im Bürgerhaus und ein Notkessel im Grundschulgebäude installiert.

Verbunden mit der Ausschreibung war auch die Sanierung der Lüftungsanlagen im Bürgerhaus und in der Sporthalle. In der Sporthalle wurde eine neue Heizung mittels Deckenstrahlplatten, verbunden mit einer neuen Umluftanlage zur gleichmäßigen Wärmeverteilung, eingebaut. Im Bürgerhaus wird das bisherige Lüftungssystem mit neuen Motoren und neuer Steuerung ausgerüstet und somit auf den neusten Stand gebracht. Ferner wird auch noch ein Notstromkonzept für Sporthalle und Bauhof/Feuerwehr/DRK-Gebäude umgesetzt. Mit dem Notstromkonzept wird erreicht, dass bei Stromausfall im Katastrophenfall diese Gebäude funktionstüchtig bleiben. Die Investitionskosten in Höhe von 158.698 € trug die Gemeinde und sind nicht in die Preisgestaltung des Wärmeverbundes eingerechnet.

Staatssekretär Baumann wies darauf hin, dass der Klimawandel in vollem Gange ist. Deutschland kann zwar nicht die Welt retten, aber mit solchen innovativen Projekten können wir Vorbild für andere Länder sein. Das Projekt in Seelbach zeige, wie lokales Handeln die Energieeffizienz und den Klimaschutz voranbringen kann. Dr. Stoermer betonte, das Seelbach mutig gehandelt hat mit einem Wärmenetz auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. Dr. Kienzlen lobte die Vorteile des Energiecontractings als „Sorglos-Paket“, da der Contractor neben Bau und Finanzierung auch für Reparatur und Instandhaltung der Anlagen zuständig ist. Dr. Vollmer bedankte sich bei den Verantwortlichen bei der Gemeinde, angefangen von Gemeinderat, Bürgermeister, Bau- und Umweltamt bis zum Bauhof für die kooperative Zusammenarbeit bei der Umsetzung.

Bauamtsleiter Uhl wies darauf hin, dass im Vergleich zu den bisherigen Heizungsanlagen über 350 kg/ Co² jährlich zu den alten Einzelheizanlagen eingespart werden. Und das mit einem 80-%igen Anteil aus regenerativer Energie, nämlich Holz, welches in unserer Region reichlich nachwächst. Auch für die anstehende Überprüfung des Kleinklimas zum Erhalt des Prädikats „Luftkurort“ werden wir mit dieser Maßnahme ordentlich punkten können, zumal die Anlage mit einem modernen Elektrofilter ausgestattet wurde, um die Grenz- und Überwachungswerte bei den Abgasen deutlich unterschreiten zu können. Bürgermeister Schäfer bedankte sich bei allen Akteuren verbunden mit dem Hinweis, dass ein neues Kapitel der Energieversorgung im Ortszentrum von Seelbach aufgeschlagen werden konnte.

Anschließend wurde die neue Heizzentrale per Knopfdruck offiziell in Betrieb genommen und die technischen Anlagen in den einzelnen Gebäuden wurden besichtigt. Die Vertreter der Fa. WTS erläuterten dabei die Funktionsweise des Wärmeverbundes. 

Auf dem Bild von links:

Dr. Hansjörg Vollmer, Dr. Volker Kienzlen, Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Bürgermeister Thomas Schäfer, Dr. Nikolas Stoermer

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